|
El Teide- Auf dem Dach Spaniens
So liest man verheißungsvoll im Flyer von Aventura. Trotzdem hatten wir diese Tour nicht geplant.
Es erschien nicht gerade reizvoll mit der Seilbahn auf den Teide in die Höhe zu fahren um dann die restlichen Meter hoch zu steigen um auf den Teide gewesen zu sein.
Interessanter schon dies in zwei Tagen zu machen mit Übernachtung in der Hütte und Aufstieg bei Sonnenaufgang. Aber dazu fehlte uns die nötige Ausrüstung. (warme Unter,- und Oberbekleidung sowie Handschuhe).
Schöne Wanderung hatten wir absolviert und so wurde doch der Wunsch stärker die Canadas von weiter oben zu sehen, auch weil die Alternativwanderung bei zu starkem Wind auf den gegenüberliegenden Guajara ebenfalls reizvoll erschien. Aber es gab erst einmal das Problem das für den geplanten Tag keine Genehmigung zu bekommen war. Angela ließ die geführte Wanderung aber nicht ausfallen sondern verschob sie auf einen anderen Tag auch wenn nur noch vier Interessenten übrig blieben. Für uns der letzte mögliche Tag.
Nun beschäftigte mich die Frage wie wir die Höhe überstehen, so dass es doch bei aller Vorfreude auch etwas bange Erwartungen gab. Alle verfügbaren langen Bekleidungsstücke mitgenommen konnte es dann los gehen. Wir freuten uns auch das Angela diesmal mit an Bord war die sonst mehr im Hintergrund fleißig für den Gesamterfolg der Wanderungen sorgt.
So ging es zum Ausgangspunkt an der Seilbahn in 2356m Höhe.
Die 25 € für Nichtinsulaner entrichtet, kurzer obligatorischer Fotohalt und wir konnten zur Gondel gehen welche und kurz darauf in acht Minuten bis in 3555m entführte.
Ein erster Blick zum Gipfel des Teide der so greifbar nahe schien, ein zweiter zeigte aber wie klein die Aufsteigenden aussehen und wie oft sie stehen bleiben. Schier atemberaubend aber der Blick hinunter zu den Canadas, in den Nationalpark. Schon darum hatte sich das herkommen gelohnt. Ein Blick der uns die nächsten Stunden immer wieder begleitete und von dem es schwer fiel loszulassen.
Die letzten Vorbereitungen wie eincremen, trinken, warm anziehen wurden getroffen und nach dem Angela uns letzte Verhaltensweisen zu denen: langsam gehen, viel trinken (ca. 1,5 l pro Person) und das Achten auf Symptome der Höhenkrankheit (Schmerz im Nacken und Kopfschmerz) hingewiesen hatte ging es nach der Kontrolle der Ausweise aufwärts. Der Weg zum Gipfel besteht aus einen gepflasterten Pfad welchen man schon mit festen Schuhen gehen könnte, Wanderschuhe sollten trotzdem Pflicht sein. Wir hatten auch Glück mit der Sonne welche den ganzen Tag unser Begleiter war.
Betont langsame Schritte, Pausen und oft trinken begleiteten unseren Weg auf den Pico del Teide. Anzeichen der Höhe spürte man durch die Trockenheit im Mund und das die Luft fehlte. Die Pausen nutzen wir natürlich auch um immer wieder das Panorama zu genießen. Rechts und links des Weges erblickten wir auch blaue Teideveilchen.
Je näher wir den Gipfel kamen umso deutlicher wurde auch der Schwefelgeruch, man sah die Dämpfe aufsteigen und verspürte auch den Wasserdampf.
Ca. 30 Wanderer b evölkerten schon den Gipfel, vorwiegend Spanier.
Der Krater ist eigentlich mehr eine Scharte am Gipfel, gelblichweiß gefärbt.
Bei ca. 10 Grad standen wir nun nach einer Stunde auf dem Gipfel. Wolken verhüllten alles ringsum die Insel.
Im Westen stauten sich die Wolken von beiden Seiten an der Wetterscheide oberhalb Masca. Unterhalb des Gipfels erblickten wir Schneefelder und Wege die zum Teide und seinen Aussichtspunkten führten. In Ruhe genossen wir den Lohn der Mühe. Nach einer Stärkung ging es wieder nach unten.
Da wir uns noch gut fühlten und Zeit hatten, begaben wir uns von der Bergstation noch zum Aussichtspunkt Pico Viejo. Diese relativ kurze Wanderung würde aber auch schon die Fahrt nach oben lohnen. Der Pico Viejo sieht mit seinen imposanten Krater doch eher wie ein Vulkan aus im Vergleich zum Teide. Vom Aussichtpunkt führen auch Wanderungen zum Krater, aber das ist schon eine andere Geschichte.
Nun verspürte ich auch die ersten der beschriebenen Anzeichen für die Höhenkrankheit. Nach ca. 3h in der Höhe war es auch deshalb Zeit wieder hinunter zu fahren auch wenn es wegen der Aussicht welche man nicht mitnehmen kann schwer fällt. Am Abend im Hotel und beim Rückflug an nächstenTag verstärkten sich die Beschwerden. Die Kopfschmerzen konnte man in Griff bekommen, der Schwindel blieb noch zwei Tage. Dies mag nicht heißen dass man auf das Erlebnis verzichten sollte, aber man sollte die Höhe ernst nehmen, auf Symptome achten, bei Beschwerden den Wanderleiter informieren und keinen falschen Mut zeigen. Dann wird es auch für alle ein bleibendes Erlebnis.
Bei Angela fühlten wir uns immer in guten Händen einer erfahrenen Wanderführerin.Wieder an der Talstation angekommen verzichteten wir auf das Foto für 5 € und genossen am Parador beim Kaffee das Erlebnis. Auf der Rückfahrt gab es noch einige Fotohalte im Nationalpark für bleibende Erinnerungen. Nach einigen Tagen zu Hause wieder aufgefrischt durch die Fotos von Angela.
HJK
|