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Reisebericht Wanderwoche Heimat- und Kulturverein Obermöllrich

                 Heimat- und Kulturverein Obermöllrich
                 Teneriffa
Wanderwoche vom 13.03. - 27.03.2011
Teilnehmer (22 Wanderinnen und Wanderer):
Elke und Harry, Margit und Charly, Monika und Gerhard, Edith, Anne, Hella, Heda und Georg, Gisela, Ingrid,                  
Horst, Erika, Christa, Renate,  Erika, Karin, Lieselotte und Bernd,
Wilfried Werner, Organisator und Wanderführer

Sonntag, 13. März 2011:    Anreise

Ankunft: 10:45 Uhr Ortszeit Teneriffa-Süd
Fahrt nach Puerto de la Cruz im Norden
Wetter: warm, ca. 18° - 20°, dann Frühabends Regen
Jörg und Angela stellen sich und den Urlaubsplan vor.

Montag, 14. März 2011:    Regen

Jörg erscheint gegen 08:00 Uhr im Hotel Puerto Palace und sagt die geplante Wanderung aufgrund des Wetters ab. Wir sind dankbar dafür, jeder gestaltet eigenständig den 1. Teneriffa-Tag.

Dienstag, 15. März  2011 - „Auf heißen Sohlen“ Wandern in einer anderen Welt

Pünktlich um 09:00 Uhr startet unser Bus vor unserem Hotel „Puerto Palace“ in Puerto de la Cruz.
Jörg begrüßt uns zur 1. Wanderung und stellt unseren Busfahrer David vor, der einer der besten und zuverlässigsten ist.
Fahrtzeit bis zum Start der Wanderung:  ca. 1 Stunde.

Die Fahrt führt vorbei an Bananenfeldern, die abgedeckt und auch frei stehen, mit immer wiederkehrenden atemberaubenden Blicken auf die Küstenlandschaft mit ihren wild wachsenden wunderschönen Blumen. Während unserer Fahrt zum Fuße des Vulkans Negro zeigt sich der Himmel in schönstem Blau und Sonnenschein. Wir genießen diese Anfahrt und Jörgs Erläuterungen dazu.
Angekommen am Ausgangspunkt unserer Wanderung in ca. 1.000 m Höhe erwartet uns ein frisches Lüftchen und mit den ersten Schritten beginnt es dann auch wieder zu regnen.
Wir packen aus und mummeln uns ein in: Regenponchos, Mützen, Schal, Regenschirme und  - man glaubt es kaum – Handschuhe! Aber es hilft, wir sind warm und guter Dinge und folgen  Jörg auf „heißen Sohlen“.
Wir sehen folgendes Farbspiel:
schwarze Lava-Asche, weiße Schnee-Reste auf unserem Weg, Mai-grüne Pflanzen, mal blauen Himmel, mal grauen Hagelschauer und stürmischen Wind.
Wir schnuppern an wilden Rosen, Fenchel und Pfefferminze. Selbst dieses ungewöhnliche Wetter bietet uns wunderschöne Anblicke und wir können nur erahnen, wie es bei Sonnenschein aussieht . . .

Wie angekündigt, erwartet uns am Ende der „kalten-Sohlen-Wanderung“ die liebe Angela mit einem leckeren selbst bereiteten Imbiss: Tapas, heiße Kirchenerbsensuppe, kanarische Kartoffeln mit Sousse, kleinen Frikadellchen und anderen kanarischen Leckereien. Nicht zu vergessen den guten Landwein.
Wir verzehren alles im Stehen, da es zum Sitzen zu kalt ist. Es schmeckt trotzdem sehr, sehr gut. Später erfahren wir, dass dieser 15. März der kälteste seit 40 Jahren ist.  Na dann,  wir waren dabei - gut organisiert von Wilfried!

Auf der Rückfahrt zum Hotel machen wir in Garachico – einem kleinen wunderschönen Küstenstädtchen - einen einstündigen Stop.  Die Sonne scheint, es ist warm, wir schwärmen aus  -jeder in Eigenregie- und genießen den Anblick des türkisfarbenen Meeres, den blauen Himmel und …. den – nein, meinen 1. Cortado. Wunderbar, ich bin angekommen im Urlaub.
Ankunft im Hotel: ca. 16:30 Uhr. Hella


16. März 2011 - La Laguna – Las Carboneras – Chinamada

Nach erholsamer Nacht und gutem Frühstück steht unsere Wandergruppe mit 22 gut gelaunten Frauen und Männern erwartungsvoll im Foyer unseres Hotels Puerto Palace in Puerto de la Cruz und erwartet die uns heute begleitende Wanderführerin und den Bus. Das Wetter, das uns in den ersten beiden Tagen nicht so sehr mit Sonne verwöhnt hat, scheint besser zu werden. Der Wetterbericht sagt eine Regenwahrscheinlichkeit von nur noch 5% voraus. Wir erwarten also einen sonnigen Tag.

Der Bus und unsere Wanderführerin sind zwischenzeitlich angekommen. Wilfried hat uns über den Tagesablauf bereits informiert. Den heutigen Wandertag werden wir mit Irina von Aventura-Reisen verbringen. Irina ist eine Russland-Deutsche, die ihre neue Heimat auf Teneriffa gefunden hat – eine liebenswerte, nette Person.

Um 9.00 Uhr sitzen wir im Bus und die Reise beginnt. Gegen 10.00 Uhr haben wir unser erstes Reiseziel La Laguna erreicht. In La Laguna unternehmen wir eine Stadtführung mit spanischer Stadtführerin. Die Spanierin hat sehr kompetent, verständlich und informativ über die Geschichte von La Laguna erzählt.

La Laguna, die zweitgrößte Stadt Teneriffas, war Jahrhunderte politischer Mittelpunkt der Insel. Ihren Hauptstadtprivileg musste La Laguna 1723 an Santa Cruz abtreten. Aber als Universitätsstadt und Bischofssitz behielt sie ihre Bedeutung als geistig-kulturelles und religiöses Zentrum.

Der spanische Eroberer Fernández de Lugo war es, der die Stadt als seine Residenz und als Verwaltungshauptort 1496 gründete. La Laguna ist die spanischste Stadt der Kanarischen Inselwelt. Sie ist geprägt durch ihre schachbrettartige Grundrissanlage und die zahlreichen prächtigen Bürgerhäuser, Kirchen, Klöster und Adelspaläste, die den spanischen Kolonialstil des 16. und 17. Jahrhunderts eindrucksvoll demonstrieren.

Die Innenhöfe der Bürgerhäuser und Adelspaläste konnten wir bei unserer Stadtführung besichtigen. Wir waren überrascht von der Architektur und der Schönheit dieser Kulturdenkmäler – die Baudenkmäler sprechen für Reichtum in damaliger Zeit.

Durch La Laguna kann man wie durch ein Freilichtmuseum spazieren, nur das hier nach wie vor gelebt, gearbeitet und studiert wird. La Laguna ist UNESCO-Weltkulturerbe.

Unser nächstes Ziel war das Höhlendorf Chinamada. Mit dem Bus sind wir zunächst bis Las Carboneras, einem ehemaligen Köhlerdorf, gefahren. Von dort sind wir mit unserer Wanderführerin Irina durch das Anaga-Gebirge nach Chinamada gewandert. Irina hat uns Fauna und Flora des Anaga-Gebirges erläutert.

Hier wachsen neben vier verschiedenen Lorbeerarten und anderen immergrünen Hartlaubgewächsen auch Baumerika, Gagelbaum und Erdbeerbaum. Unsere Wanderung führte uns durch eine urwüchsige und einsame Landschaft mit wunderschönen Ausblicken in das zerklüftete Anaga-Gebirge mit seinen steilen Hängen, einsamen Weilern und Dörfern. Durch den urigsten Lorbeerwald Teneriffas, später auf einem gemütlichen Wanderweg haben wir das kleine Höhlendorf Chinamada erreicht.

Die wenigen Häuschen sind weit über die hügelige Landschaft verteilt. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Wohngebäude von Chinamada kaum von denen anderer Ortschaften. Man muss schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass die Häuser aus dem Fels gehauen wurden – denn ihre Fassaden sind säuberlich verputzt und mit Blumen geschmückt. Innen sind sie erstaunlich geräumig und komfortabel. In Chinamada haben wir einen Höhlenbewohner besucht. Er erfreute uns mit einem Ständchen auf seinem Zupfinstrument, einer Bandurria, mit spanischen Klängen. Als Dankeschön gab es eine kleine Eurospende von uns allen.

Ein besonderes Vorkommnis an diesem Tag war der angebliche Verlust des Fotoapparates von Erika auf dem Weg nach Chinamada. Nach kurzer Suche fand sich das gute Stück in Erikas Rucksack wieder. Alle Aufregung umsonst!

Guter Stimmung und froh gelaunt haben wir die Heimfahrt zu unserem Hotel angetreten. Nach dem Abendessen ließen wir den Tag bei einem Glas Wein oder einem kühlen Bierchen in der Hotelbar ausklingen.

Der heutige Tag war ein „guter Tag“ für uns alle. Horst


Donnerstag, 17.03.11 –  Mascaschlucht – das Highlight!

Unsere Abfahrt verspätet sich auf 08.40 Uhr, unser Wanderbus wurde durch einen Unfall, an dem er nicht beteiligt war, aufgehalte. Die tollen Eindrücke der Fahrt nach Masca entschädigten uns voll für die Wartezeit. Es ging über Garachico, Buenaviste del Norte, vom Pass dann über enge Haarnadelkurven hinab nach Masca, unser Fahrer hat das wahrhaft meisterlich geschafft, große Hochachtung! Vor dem Start zur Wanderung genehmigen wir uns noch einen Kaffee in der sehr schönen Bodega in Masca.

Wir werden in 3 Gruppen eingeteilt, eine übernimmt Angela, eine Irina und eine wird von Jörg geführt. Ich bin in Jörgs Gruppe, wir sind 15 Personen. Um 10.40 Uhr geht es los. Am Eingang zur Schlucht verkauft eine Bäuerin Mispeln in Tüten verpackt. Natürlich nehme ich für 2,00 € eine Tüte mit, denn ich esse dies süßen, leicht sauren Früchte für mein Leben gern. Einige andere folgen meinem Beispiel.

Der Abstieg gestaltet sich zunächst recht moderat, in Serpentinen bewegen wir uns nach unten, eine neue Brücke wird überquert, die Felswände kommen immer näher, wir erreichen den Bach der den Grund der Schlucht entlang läuft, schießt, fällt und auch kleine Seen bildet. Durch den relativ hohen Wasserstand, in der letzten Zeit hatte ungewöhnlich viel geregnet, wurde es teilweise ein spektakulärer und nicht ganz ungefährlicher Abstieg. Die senkrecht aufragenden Felswände, bis zu 600 m hoch, kamen uns sehr nahe, an manchen Stellen konnte man den Himmel nicht mehr sehen. Das teilweise wasserfallartig nach unten schießende Wasser des Baches machte den Abstieg sehr schwer und nur mit gegenseitiger Hilfe konnten wir manch gefährliche Stelle überwinden. So blieb es auch nicht aus, dass manch eine/einer mit den Fluten Bekanntschaft machen durfte: als erste fällt Karin ins Wasser, ihr folgt einige Zeit später Edith und als letzten unserer Gruppe erwischt es mich – ich glaube, es gab einige Schadenfrohe – es sei ihnen gegönnt. Jörg hat wahrhaft meisterliches geleistet, ihm ist es zu verdanken, dass nicht noch mehr ins Wasser gefallen sind. Es hat ihm nichts ausgemacht, auch mal bis zur Hüfte im Wasser zu stehen. Ganz große Hochachtung und Dank lieber Jörg!!!

Nach 600 m specktakulärem, schwierigen und erlebnisreichem Abstieg erreichen wir gegen 16.20 Uhr den Atlantik. Unser Schiff ist noch nicht da, kommt aber nach kurzer Wartezeit am felsigen Strand an. Über dicke Felsbrocken und einen schmalen Betonsteg können wir das Schiff besteigen – Es ist ein kleines Schiff auf dem unsere drei Gruppen und noch ein paar andere Wanderer Platz finden. Die Fahrt nach Los Gigantes ist wegen der ruhigen See angenehm. Leider können wir keine Wale und Delphine beobachten, was auf dieser kurzen Schifffahrt durchaus häufig vorkommen soll. Wir werden mit Getränken (Bier, Wasser, Cola u, a.) und Essen (Hähnchenschenkel mit Reis) versorgt.

In Los Gigantes holt uns unser Wanderbus ab und bringt uns zum Hotel zurück, Ankunft 19.40 Uhr.
An diese Wanderung werden wir unser Leben lang denken. Danke Jörg, danke Angela, danke Irina! Wilfried


Freitag, 18.03.11 – Küstenwanderung von Puerto de la Cruz nach San Pedro


Die heutige Tour führe ich. Ich habe sie auf Empfehlung von Jörg in das heutige Programm aufgenommen. Sie ist auch im ADAC Wanderbuch über Teneriffa auf Seite 80 enthalten. Das Buch ist übrigens in enger Zusammenarbeit mit unseren Wanderführern Angela und Jörg entstanden. Beide haben die im Buch enthaltenen Wandertouren zusammengestellt und beschrieben. Ich kann das Buch jedem Teneriffa-Wanderer sehr empfehlen.

Wir sind heute 19 Wanderinnen und Wanderer, Anne muss wegen eines verstauchten Fußes aussetzen, Gisela und Ingrid wollen den Loro-Park besichtigen. Um 09.40 Uhr starten wir am Hotel. Ausgangspunkt unserer Wanderung ist das Castillo San Felipe, das zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut wurde. Es sollte in der Mündung des Barranco Felipe vor Piraten schützen.. Weiter geht es entlang des Playa Jardin, einer der Badestrände von Puerto. Wir durchwandern den malerischen Ort Punta Brava, der auf einer Landzunge liegt. Auf unserem Weiterweg kommen wir am Loro-Park vorbei, besichtigen eine sehr schöne im vorigen Jh. erbaute Kirche. Hinter den Türmen des Hotels Maritim geht es weiter an der Steilküste entlang, etwa 100 m über dem Meer, durch Terassenfelder, die teilweise brach liegen. Ein Abstecher zu einem Mirador (Aussichtsbunkt) beschert uns einen tollen Ausblick auf das Meer und die Küste. Im Ort El Toscal kehren wir im Chlubhaus eines deutschen Tennisclubs ein. Wir passieren eine Industrieruine an der Steilküste. Sie stammt aus der Gründerzeit, dort wurde Teneriffas erste Dampfmaschine betrieben. Um 14.00 Uhr erreichen wir unser Ziel, einen Aussichtspunkt in San Pedro. Mit dem Linienbus geht es zurück nach Puerto de la Cruz. Gegen 15.00 Uhr sind wir zurück am Hotel.

Alle sind glücklich über diese schöne Wanderung, die wir bei wunderschönem Wetter stattfand. Wilfried


Samstag, 19.03.2011 - Im blauen Himmel hoch über Masca – Frei wie ein Vogel

Start vom Hotel um 9.10 Uhr in Richtung Teno Gebirge
Fotostopp kurz vor Icod, herrlicher Blick auf den Teide

Kurz nach dem Anfahren wird bemerkt, dass die Klappe des Busses offen ist. Glücklicherweise gehen keine Rucksäcke verloren.
Vom Erjos Pass mit einer Höhe von 1117 m erblicken wir den Ort Santiago del Teide, 1909 war hier der letzte Vulkanausbruch. Die Lava blieb vor diesem Ort stehen. Somit wurden auch Puerto Santiago und Los Gigantes verschont.
Das Gebiet um Santiago del Teide ist landwirtschaftlich geprägt. Kartoffeln werden überall auf der Insel drei Mal im Jahr geerntet. Während man auf dem Rest der Insel nur auf kleinen Flächen Wein anbaut gibt es hier größere Felder mit roten Trauben.  Zum Rotwein reicht man auch hier Maronen.
Nach steinigem Aufstieg ( ca. 300 m ) gönnen wir uns eine Pause in sonniger Höhe. Erstaunlich, wie hier die Baumheide nach einem Brand wieder nachwächst. Überall stehen noch verbrannte Stämme und darunter das frische Grün der nachwachsenden Heide.
Nach rechts haben wir einen Blick auf den Großen Gala ( 1345 m ) an dem die von Afrika kommenden Passatwolken abprallen. Hier versucht man die Wolken zu „melken“ indem man feinmaschige Netze spannt und das Wasser über Rohre in Behältern sammelt.

Wir befinden uns  an der Wetterscheide von Ost nach West.

Es gibt 3 Klimazonen auf Teneriffa:
Unter den Wolken ,dort wachsen Sukulenten - In den Wolken, dort wächst Heide und Lorbeer - 
Über den Wolken, in einer Höhe von 1000 m bis 2000 m wachsen die kanarischen Kiefern.

Auf einem Höhenweg wandern wir weiter und haben links einen Blick auf das sonnige Masca.
Würden uns die Passatwolken nicht die Sicht nehmen könnten wir rechts in das Tal von El Palmar schauen.
Am Wegesrand begleitet uns wieder die Gänsedistel und wir entdecken verschiedene Arten des Natternkopfes.
Wir erreichen einen freien Platz auf dem sich früher ein Dreschplatz befand,
Jörg erklärt uns, dass sich nach der spanischen Eroberung in 1494  hier Siedlungen befanden und dass über die Ureinwohner, die Guanchen nicht viel bekannt ist. Man vermutet dass sie in Binsenbooten aus Nordafrika kamen und hier sesshaft wurden .
Das von Jörg vorgetragene Gedicht „Dr. Wald „lässt uns fröhlich den Abstieg ( 450 m ) beginnen.
Dieser erfordert für nicht so Geübte schon Konzentration. Als wir auf der Straße ankommen, sehen wir den Bus  noch ziemlich weit entfernt vor der Bodega in Las Portelas stehen.
Es gibt zwei Möglichkeiten das Ziel zu erreichen:

1. Hang hinunter und wieder steil hinauf oder 2. Die Straße entlang immer den Kurven nach.
Die Gruppe teilt sich. Erstaunlicherweise kommen beide zu gleicher Zeit ans Ziel.

Da Samstag ist können wir am sehr lebhaften Familienleben der einheimischen Gäste teilnehmen.
Schön, dass unsere Plätze reserviert sind,

Eine schöne Wanderung findet bei gutem Essen und Wein ihren Abschluss.
Gesund und munter erreichen wir nach ca. 1-stündiger Busfahrt das Puerto Palace Hotel in Puerto de la Cruz. Gisela


Sonntag, 20.03.11 – Orotavatal mit Wanderführern Jörg und Wilfried

Start ist wie gewohnt am Hotel um 09.00 Uhr – alle gehen mit, auch Anne (Verletzung am Fuß) und Lilo (Kniebeschwerden).

Wir fahren um 09.30 Uhr mit öffentlichem Bus vom Busbahnhof bis zur Endstation im Orotavatal wo Jörg uns erwartet. Er war bis hierher mit seinem unverkennbaren „Aventura-Wandern-Auto“ gefahren.

Wie immer ging es zunächst ziemlich steil bergan – dann jedoch auf gemütlichen Wegen durch duftenden Kiefernwald. Jörg erklärte uns die Wasserversorgung – Trink- und Abwasser – auf Teneriffa. Von allen erwartet, kam von Jörg auch wieder ein Gedicht – die Gruppe wurde ruhiger. So oder ähnlich jeden Tag – Kindern liest man Geschichten zum Einschlafen vor, Erwachsenen zum Aufwachen. Jörg sagte auch, dass schon der Naturforscher Alexander von Humboldt (1769 – 1859) das Orotavatal als eines der schönsten Täler der Welt bezeinet habe. Wir queren einen alten Pilgerweg – den Camino de la Candubrias - . Dann tauchten die „Orgelpfeifen“ los Oreganos , prachtvolle orgelpfeifenartige Basaltsäulen vor uns auf.

Gegen 12.00 Uhr, bei strahlendem Sonnenschein, führte uns Jörg auf den schönsten Picknickplatz im Orotavatal, mitten im Kiefernwald gelegen mit kleinem Vulkankrater (See). Spätestens jetzt wurde uns klar, warum Jörg mit seinem Abenteuerauto bis hierher gekommen war.

Das Auto war beladen mit: Brot, Käse, Schinken (roh und gekocht), Gurken, Paprika, Orangen, Bananen u.v.a.m., sowie ein Fässchen mit dem guten Rotwein. Danke auch an Angela, sie hatte bestens für uns gesorgt.

Etwa um 15.00 Uhr verabschiedeten wir uns von Jörg und fuhren mit dem Linienbus zurück nach Puerto de la Cruz.

Diesen erlebnisreichen und schönen Wandertag beendeten wir (eine kleine Gruppe) mit einem Cortado Leche in der „Palmen Allee“ und beschlossen, morgen besorgen wir ein – Danke-schön - für unseren Wanderführer Wilfried. Karin


Montag, 21.03.11 - Ruhetag

Dienstag, 22.03.11 – Rundwanderung im Nationalpark Teide
( Ersatz für die wegen hoher Schneelage ausgefallene Teide-Besteigung – der Gipfel war gesperrt)

Um 09.00 Uhr holt uns der Wanderbus am Hotel ab. Zunächst fahren wir zur Talstation der Teideseilbahn – unterwegs gibt es kurze Halte an einem Aussichtspunkt und einem blumenartig, durch Vulkanismus geformten spektakulärem Steingebilde- La Piedra de Rosa. Jörg führt uns durch eine wüstenartige Landschaft in einer Höhe so um die 2.300 m. Beherrscht wird die Landschaft vom tiefverschneiten, hoch aufragenden Gipfelkegel des Teide, der mit 3.718m nicht nur Spaniens höchster Berg sondern auch das Wahrzeichen Teneriffas ist. Wir bewegen uns in einem Urkrater in dessen Mitte der Teide steht. Der Urkrater wird durch ein Randgebirge, das auf über 2.500 m aufsteigt, begrenzt.
Unsere Wanderung beginnt so gegen 11.30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein, der uns den ganzen Tag erhalten bleibt. Auf staubigen flachen Wegen geht es durch die Urlandschaft der Cañadas, zunächst Richtung Montaña de Guajara. Wir zweigen in westliche Richtung ab, in einem von Felsen gesäumten Rondell machen wir Mittagsrast – ein schöner Rastplatz.

Kurze Zeit später kommt eine weitere Wandergruppe, anscheinend wollten die auch hier rasten. Deren Führer ist sehr unfreundlich und führt seine Gruppe ein Stück weiter, obwohl unsere Raststelle noch Platz gehabt hätte. Wir sind froh, dass wir nicht ihn, sondern Jörg als Wanderführer haben. Am Hotel „Parador Nationales de las Cañadas del Teide“ trinken wir Kaffee. Unser Wanderbus holt uns hier ab und bringt uns zunächst an den Mirador los Roques. Neben einer wunderschönen Aussicht kann man hier auch durch Vulkanismus und Erosion geformte interessante und teilweise spektakuläre Felsformationen  bewundern, u. a. den „Finger Gottes“.

Zufrieden und Glücklich über die erlebnisreiche Wanderung und die gewonnenen Eindrücke kommen wir um 17.30 Uhr am Hotel an. Wilfried


Mittwoch, 23.03.11 – Küstenwanderung vom Hotel in östlicher Richtung zur Bucht Bollollu

Um 09.30 Uhr traf sich bei gutem Wetter die gesamte Wanderschar wohlgelaunt vor unserem Hotel Puerto Palace.

Angesagt war heute eine Wanderung mit unserem bewährten Wanderführer Wilfried durch Puerto de la Cruz bis zum Badestrand Bollollu. Vom Stadtteil La Paz hatten wir einen herrlichen Blick auf das öffentliche Strandbad von Puerto de la Cruz. Weiter führte uns der Weg auf der Promenade hoch über dem Atlantik mit herrlichen Ausblicken auf die Steilküste in nordöstlicher Richtung. Ab dem Hotel Semiramis ging es weiter durch gepflegte Anlagen mit herrlichen Blumen, Bananenplantagen sowie 2 Papayastauden. Gegen 11.30 Uhr erreichten wir unser Ziel, den wunderschön in einer Bucht gelegenen Sandstrand von Bollollu.

Zunächst ließen wir uns an einer Bar mit einem Dach aus getrockneten Palmblättern nieder und stärkten uns mit Essen und Getränken. Einige ergriffen die Möglichkeit und wateten durch den schwarzen Lavasand, um sich das Wasser des Atlantik um die Füße spülen zu lassen.

Um 12.15 Uhr ging es auf dem gleichen Weg zurück. Am Hotel Semiramis trennten sich unsere Wege. Einige besuchten den Botanischen Garten, während sich die anderen in der Stadt und am Ufer umschauten. Harry und Elke


Donnerstag, 24.03.11 – Wanderung vom Tenogebirge
, Erjos 1.002m hinab nach Los Silos 109m

Heute nehmen wir an einer geführten Wanderung von Aventura Wandern teil. Wanderführerin ist Irina.
Der Linienbus bringt uns bis Erjos del Tanque. Wanderbeginn ca. 12.00 Uhr.
Zunächst wandern wir auf schmalen Sträßchen und Feldwegen durch landwirtschaftliche Kulturlandschaft, dann durch Wald auf Bergpfaden an verlassenen Häusern vorbei bergab. Wir kommen auf einen befestigten Pfad, der steil nach unten durch die Schlucht Cuevas Negras, auch kleine Masca-Schlucht genannt, führt Kurz vor Los Silos empfangen uns Bananenplantagen. Im Ort angekommen suchen wir eine „unscheinbare“ Bar auf  und bekommen, dank Irina, sie hatte vorbestellt, ein tolles typisch kanarisches Essen aufgetischt: Fisch in zwei Variationen, Kartoffeln und Brot sowie ausgezeichneten Rotwein – das alles für 5,00 €. Gutgelaunt fahren wir mit dem Linienbus um 16.30 Uhr nach Puerto de la Cruz zurück.

Irina hat uns hervorragend geführt!

Wetter: strahlender Sonnenschein bei 23 °. Wilfried


Freitag, 25.03.11 – Wanderung im majestätischen Esperanzawald

Der Wanderbus bringt uns um 09.00 Uhr nach La Esperanza. Wanderbeginn: 10.00 Uhr. Im Ort geht es 15´ recht steil bergauf. Eine wunderschöne Wanderung durch den Wald schließt sich an. Erst Eukalyptus und Baumheide, dann empfängt uns herrlichster Kiefernwald mit mächtigen licht stehenden kanarischen Kiefern – könnte ein deutscher Wald sein -. Unterwegs haben wir teils sehr schöne Fernblicke, z. B. auf die Ostküste und die Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife.

Der absolute Höhepunkt kommt auf einem Picknickplatz: gegen 13.00 Uhr empfängt uns Angela mit selbstgemachten Tapas – einfach lecker – und einheimischen „Roten“. Unser Lachen ist bald  weithin zu hören, die Stimmung ist ausgelassen. Um 15.00 werden wir vom Wanderbus wieder abgeholt. Schade! Hätte noch so weitergehen können.

Wetter: sonnig ca. 23.°. Wilfried


Samstag, 26.03.11 – Spaziergang in La Orotava und Abschlussessen

Unser letzter Tag auf Teneriffa. Jörg und Angela führen uns heute durch La Orotava, einer der schönsten Orte auf der Insel. Unweit von Puerto de la Cruz im schönen Orotava-Tal, von dem Alexander von Humboldt gesagt haben soll, es sei das schönste Tal der Welt, auf 345 m gelegen, 36.000 Einwohner (gesamter Bezirk). Bekannt ist La Orotava auch wegen seiner prachtvollen Fronleichnams-Prozession mit kunstvollen Pflasterbildern aus bunter Lavaasche. Die Schönheit der Stadt mit seinen vielen sehenswerten Bauten haben uns sehr beeindruckt: das spätklassizistische Rathaus Palacio Municipal und seinem Palmen bestandenen Vorplatz, ein Museum in einem typisch kanarischem Haus, die Casas de los Balkones aus dem 17. Jahrhundert mit seinen charakteristischen Balkonen. Eine gute Idee von Angela und Jörg uns zum Abschluss hierher zu führen – wir sind begeistert.

Der Höhepunkt ist zweifellos unser Abschlussessen in einer rauchgeschwärzten Bodega. Auf offenem Feuer werden allerlei Köstlichkeiten gebraten, bei der Zubereitung der Speisen können wir zusehen.  Alles was uns in mehreren Gängen aufgetischt wird ist sehr lecker, dazu noch der ausgezeichnete einheimische Wein. Unsere Stimmung könnte nicht besser sein – Phänomenal!

Für Jörg und Angela haben wir ein kleines Geschenk vorbereitet, das unseren Dank an die Beiden für alles das, was sie uns geboten haben, ausdrücken soll und das ich überreichen darf. Zu meiner großen Überraschung bekomme ich auch noch ein Geschenk von der Gruppe, das mir Horst mit sehr schönen Dankesworten überreicht. Herzlichen Dank!

Mit dem Linienbus geht es zurück nach Puerto. Heute müssen wir noch packen.

Fazit unserer Wanderreise:
Es war eine sehr schöne Zeit, wir haben viel erlebt, viel gesehen, sind auch viel gewandert. Gerade auf den Wanderungen, und auf den Fahrten zu und von den Wanderungen haben wir dank der großen Sachkenntnis unserer Führer sehr viel über die Insel erfahren und die große Vielfalt der einheimischen Pflanzenwelt kennen gelernt. Aventura Wandern, unsere Wanderführer, können wir uneingeschränkt weiter empfehlen. Ich selbst habe auf meinen vielen Wanderreisen noch nichts Vergleichbares kennen gelernt.

Noch ein persönliches Wort an die Gruppe: ihr wart pflegeleicht, ihr wart verständig, wenn es mal hakte, ihr hattet immer gute Laune, die Stimmung war sehr gut – mit euch würde ich so was gerne wieder mal unternehmen. Ihr macht Lust auf mehr!

Tausend Dank! Wilfried


Sonntag, 27.03.2011 – Abflug:

Wir müssen sehr früh raus: ich glaube, vor 05.00 Uhr (genaue Uhrzeit weiß ich nicht mehr) holt uns der Bus ab. Beim Einschecken gibt es keine Probleme. Der Flieger von Tui-Fly ( eine Boing 737) startet pünktlich um 07.35 Uhr. Noch in der Startphase, wir denken alle, jetzt hebt er ab, die Schnauze hatte er schon gen Himmel gereckt, da plötzlich geht sie nach unten, es erfolg eine Vollbremsung, wir werden in die Gurte gepresst. Der Schreck ist groß, was ist passiert? Mitteilung vom Flugkapitän: er musste den Start abbrechen wegen Instrumentenanzeige. Wir rollen von der Startbahn zurück zum Flugfeld. Weiter Mitteilung: der Flieger ist kaputt und muss vor Ort repariert werden. Mit dem Bus geht es zurück ins Flughafengebäude – warten auf weiter Informationen. Nach zwei Stunden werden wir aufgefordert unser Gepäck abzuholen und zu den Bussen auf dem Flughafenvorplatz zu gehen. Unser Bus bringt uns in ein großes Hotel in Los Christianos. Wir können aber noch nicht einchecken, also sitzen wir in unserer unpassenden Kleidung, die meisten haben Wandersachen an, an der Poolbar herum. Gegen Mittag bekommen wir Zimmer zugewiesen und können zum Essen gehen – gutes Essen. Jetzt erfahren wir auch, dass wir am Abend um 20.00 Uhr abgeholt werden und um 22.00 Uhr unser Flieger geht. Wir bekommen noch Abendessen, pünktlich um 20.00 Uhr geht es zurück zum Flughafen.

Der Heimflug ist von jetzt an ohne besondere Vorkommnisse. Gegen 08.00 Uhr am Montag bin ich wieder zu Hause – müde – 16 Stunden Verspätung!

Wilfried 
                                                                         

Aventura Wandern SLU auf Teneriffa mit Angela und Jörg
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